Ambivalente Rolle von Wäldern im globalen Klimasystem

Ein Aspekt, der oft vergessen wird, wenn über die Rolle von Wäldern und Bäumen in der globalen CO2-Bilanz gesprochen wird, ist, dass Bäume nur dann eine CO2-Senke sind, solange sie wachsen und den aus der Luft entnommenen Kohlenstoff in fester Form speichern. Werden Bäume verbrannt oder der Kohlenstoff aus dem Boden als Gas freigesetzt, kann das gesamte aufgenommene CO2 wieder in die Atmosphäre zurückkehren.

Betrachtet man neben CO2 noch andere Treibhausgase wie Methan, kann die Bilanz noch ernüchternder sein. In einer umfassenden Studie haben Wissenschaftler aktuell dargestellt, dass ab einem gewissen Grad der Zerstörung Wälder wie der Amazonas zu einer treibenden Quelle der globalen Erwärmung werden können.

Dies unterstreicht einmal mehr, wie wichtig es ist, das Klimasystem und seine Komponenten ganzheitlich und umfassend zu verstehen. Einzelne Prozesse können sich gegenseitig beeinflussen und steuern und am Ende kann eine Konsequenz entstehen, die weder erwartet noch gewünscht war. Dies kann auch für viel kleinere Systeme wie z.B. städtische Straßenschluchten gelten. So kann z.B. ein dichter Baumbestand in engen Straßen die Schadstoffkonzentration auf Fußgängerniveau aufgrund der reduzierten Windzirkulation effektiv verschlechtern, was dem subjektiv erwarteten Effekt von Bäumen entgegensteht.

Sie finden die Studie hier.