Digitale Zwillinge und ENVI-met

von Daniela Bruse Cities Climate change

Heutzutage wird viel über digitale Zwillinge von Städten, Regionen oder sogar der Erde gesprochen und geschrieben. Das Konzept des digitalen Zwillings beschreibt einen integrativen Ansatz zur Kopplung von statischen Geodaten, Online-Beobachtungsdaten und dynamischen Prozessen in einem System. Der Zwilling eröffnet die Möglichkeit, mit verschiedenen Zukunftsszenarien, zum Beispiel für die Stadtentwicklung oder den Klimawandel, integrativ zu „spielen“ und die Auswirkungen verschiedener Strategien auf das Umweltsystem zu analysieren.

Generell ist dieser Ansatz nicht neu, da digitale Geodaten in 2D und 3D schon seit Jahrzehnten existieren und schon immer genutzt wurden, um die Auswirkungen von vorgeschlagenen Veränderungen in der Stadtstruktur mit verschiedenen Arten von Modellen abzuschätzen.Die neuen Aspekte des digitalen Zwillings liegen eher in der integrativen Art und Weise, die Daten werden in einem System gespeichert, aktualisiert und verknüpft. Verschiedene Arten von Analysen können direkt in der Digital Twin Anwendung gestartet werden und das System sorgt dafür, dass alle von den verschiedenen Modellen benötigten Daten extrahiert und an die spezialisierten Routinen oder Softwarepakete weitergeleitet werden. Darüber hinaus werden die Simulationsergebnisse der externen Modelle zurückgenommen und zur weiteren Analyse in das System integriert. Für ein spezialisiertes Modell wie ENVI-met sind Digital Twins ein Geben und Nehmen: Auf der einen Seite erleichtert die schnelle und konsistente Verfügbarkeit von hochauflösenden Geodaten viele Prozesse, die normalerweise von Hand erledigt werden müssen.

Auf der anderen Seite muss (und wird) ENVI-met die notwendigen APIs zur Verfügung stellen, um Teil eines solchen Digitalen Zwillings werden zu können und auch die Ergebnisse in einer klar definierten Weise zurückzumelden. Mit dem nächsten Release von ENVI-met werden wir die ersten Schritte in derWelt der digitalen Zwillinge gehen: ENVI-met wird seine API erweitern und seine interne Struktur öffnen, um durch Python-Module angesprochen zu werden. Monde selbst wird nicht nur die zentrale Einheit für die Verwaltung von Vektordaten werden, sondern auch für die Generierung, Ausführung und Verwaltung von ENVI-met Simulationen.