Inwieweit können Dachbegrünungssysteme das Mikroklima von Städten verbessern?

Vor einigen Wochen haben wir die Bedeutung der Dachbegrünung für die Verbesserung des Mikroklimas in städtischen Gebieten besprochen. Es besteht kein Zweifel, dass diese städtischen Begrünungselemente prinzipiell in der Lage sind, die Lufttemperatur durch Verdunstung zu senken. Es ist jedoch schwierig, die Effizienz dieser Systeme hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Mikroklima, z.B. Senkung der Lufttemperatur oder Bindung von Schadstoffen zu quantifizieren. Zudem muss auch sichergestellt werden, dass die Pflanzen unter den örtlichen, oft extremen meteorologischen Bedingungen überleben können.

Generell gibt es zwei Arten von Dachbegrünungssystemen: die extensive und die intensive Dachbegrünung. Die extensive Dachbegrünung zeichnet sich durch eine niedrige Vegetationsschicht aus Sukkulenten und Moosen mit flachem Wurzelsystem aus. Diese Pflanzen sind in der Lage, große Mengen an Wasser im Körper der Pflanze zu speichern und Wasserdefizite während Dürren auszugleichen. Bei langanhaltenden Trockenperioden nähern sich die thermodynamischen Eigenschaften der Dachbegrünung jedoch denen von versiegelten Flächen in Städten an, was ein großer Nachteil einer extensiven Dachbegrünung ist.

Eine intensive Dachbegrünung weist hingegen eine dickere Untergrundschicht auf und kann daher nur auf Dächern mit einer soliden Gebäudekonstruktion angewendet werden. Die Pflanzen, die für eine intensive Dachbegrünung verwendet werden, sind normalerweise Pflanzen wie Sträucher und kleine Bäume mit tiefen Wurzelsystemen, wie sie in Parks vorkommen, was eine zusätzliche Bewässerung notwendig macht.

Um die Effizienz der verschiedenen Dachbegrünungssysteme zu bewerten, werden komplexe Messungen, z.B. die Eddy-Kovarianz für latente Wärmeströme benötigt. Diese realen Messungen müssen über Wochen oder länger durchgeführt werden und hängen von den vorherrschenden Wetterbedingungen ab.

Eine viel einfachere Methode zur Bewertung der positiven Auswirkungen besteht dagegen in der Modellierung dieser Systeme.

Um die besten Kombinationen von Dachbegrünungssystemen für den spezifischen Standort zu ermitteln werden verschiedene Wetterperioden (z. B. nasse oder trockene Abschnitte) simuliert und die Ergebnisse analysiert. Solche Modelle können nicht nur die Auswirkungen auf die Oberflächen- und Lufttemperatur, sondern auch den Bodenwassergehalt und die dynamische Wasserversorgung berechnen und ermöglichen so eine genaue Abschätzung der Auswirkungen auf das Mikroklima in städtischen Gebieten.