ENVI-met TreePass: Stadtbäume der Zukunft

von Daniela Bruse Software Tech News TreePass

Es besteht kein Zweifel darin, dass städtische Vegetation eines der Hauptinstrumente ist, um die Lebensqualität von Menschen zu erhöhen und das lokale Mikroklima zu verbessern bzw. die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu mildern.

Aber obwohl es zahlreiche Studien zu den Auswirkungen von Stadtgrün auf das Mikroklima gibt – von begrünten Dächern über Fassadenbegrünung bis hin zu Straßenbäumen -, steht bisher die Pflanze als lebender Organismus nur vereinzelt im Fokus. Pflanzen und Bäume können jedoch nur dann langlebig und gesund sein, wenn sie in einer Umgebung leben, die zu ihrer Art und ihren Standortbestimmungen passt.

Besonders für städtische Bäume sind aber die Wachstums- und Lebensbedingungen oftmals feindlich: zu wenig Wurzelraum und Licht oder extreme Standortbedingungen von zu trocken bis zu nass können das Anwachsen bzw. Langlebigkeit von Bäumen und Pflanzen verhindern. Darüber hinaus sind städtische Winde und Turbulenzen komplex und können lokale Windmaxima erzeugen, die mitunter doppelt so hoch sind wie der Wind im Freiland.

Dies kann unterschiedliche Schäden in Bäumen verursachen, von einzelnen Ästen, die abgeworfen werden, bis hin zu einem Bruch des Stamms oder einer vollständigen Entwurzelung. In einem verdichteten Lebensraum wie einem Stadtviertel beschädigen diese Effekte nicht nur die Bauminfrastruktur, sondern können auch gravierende Schäden und Risiken für die Umwelt und die Bürger verursachen.

Eine nachhaltige und erfolgreiche Stadtlandschaftsarchitektur bedeutet deshalb nicht nur, die optimalen Standorte für städtische Bäume zu finden, sondern auch die besten Arten und Pflegestrategien für diese Bäume zu finden, damit sie in ihrer Umwelt überleben.

Das neue ENVI-met-Modul TreePass wird sich auf diese Herausforderungen konzentrieren. Es wird nicht nur ein umfassendes Datenblatt aller relevanten Wachstumsbedingungen an den voraussichtlichen Baumstandorten bereitgestellt, sondern auch die Biomechanik der Bäume untersuchen, um Sturmschäden zu verhindern.

Mit dem TreePass können einzelne Bäume auf der Ebene der typischen Kronengeometrie mit der Auflösung eines einzelnen Astes, basierend auf dem Konzept der L-Systeme, analysiert werden. In der Analyse werden dazu die Auswirkungen der lokalen Wachstumsbedingungen wie der Zugang zu Licht sowie verschiedene Pflegestrategien berücksichtigt. Die Gefahr von Baumschäden wird damit für eine unbegrenzte Anzahl von Bäumen innerhalb eines Stadtviertels bis auf die einzelnen Äste sichtbar.

Der ENVI-met TreePass wird aus einer Reihe von Analysemodulen bestehen, von denen das erste mit dem Sommer 2020 Release verfügbar sein wird.