Urbane Wärmeinsel Schulhof

Das Thema der sich stetig verschlimmernden städtischen Wärmeinsel und die damit einhergehenden Bedrohungen für die menschliche Gesundheit wird weltweit viel diskutiert und erforscht. Ein ähnliches Phänomen jedoch, das unsere eigenen Kinder zu einer Zeit betrifft, in der wir sie eigentlich als sicher erwägen, bekommt verhältnismäßig wenig Beachtung: Die „Schulhof-Wärmeinsel“. Dieser Effekt entsteht durch das Fehlen von Verschattungselementen und einem großen Anteil versiegelter Oberflächen, wie sie in den meisten Schulhöfen vorzufinden sind und die zu einer hohen thermischen Belastung der Kinder zu den Pausenzeiten führt.

In einem typischen Schulszenario mit einem an das Schulgebäude angrenzenden Schulhof wird die PET an einem warmen Sommertag mit Temperaturen zwischen 22 und 34 °C für ein 12-jähriges Mädchen mit einer Größe von 1,50 m und einem Gewicht von 42 kg berechnet. Um 10 Uhr morgens und 12 Uhr mittags, den Pausenzeiten, zu denen die Kinder ihren Kopf frei bekommen und Energie für den Rest des Schultages tanken sollen, weist die PET, wie in den Darstellungen erkennbar, extrem hohe Werte von bis zu 58 °C auf. Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung und die durch umliegende Gebäude bedingte niedrige Windgeschwindigkeit entstehen hier äußerst unangenehme Bedingungen für die Kinder, die in diesen Bereichen spielen.

Da Kinderhaut eine insgesamt höhere Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung hat und die Pausen zu Zeiten mit starker Sonnenintensität stattfinden, ist es an der Zeit den Aufbau des typischen Schulhofs zu überdenken. Verschattete Bereiche durch Sonnensegel oder Bäume und eine Verwendung natürlicher Materialien wie Holzspäne und Gras können dazu beitragen, die Auswirkungen der „Schulhof-Wärmeinsel“ zu verringern. Solche Maßnahmen machen es möglich, dass die Kinder ihre Pausenzeit wieder nutzen können um miteinander zu spielen, abzuschalten und den Aufenthalt im Außenraum als angenehm wahrnehmen.