Warum wir mehr als nur physikalische Parameter brauchen, um den thermischen Komfort in Städten zu verbessern

von Daniela Bruse Thermal Comfort Urban

Meistens geben Wettervorhersagen für einen bestimmten Ort keine oder nur geringe Hinweise darauf, ob man sich in einem vorherrschenden Wetter wohl fühlen wird oder nicht. Daten wie die erwartete Lufttemperatur sind nicht unbedingt hilfreich, um zu entscheiden, wie Menschen den thermischen Komfort eines Ortes empfinden. Skifahren bei Tempereraturen unter 0° C, an einem sonnigen Tag, wird sich angenehm anfühlen, wohingegen das gleiche Szenario mit Nebel und Schnee die meisten Menschen dazu bringt, drinnen bleiben zu wollen. Umgekehrt: Wie ist es möglich, in einer Sauna bei 70° C zu entspannen, aber nicht ein paar Minuten auf einem heißen Platz ohne Schatten stehen zu bleiben?

Um die zugrunde liegende Ursache dafür zu finden, wurden Wärmekomfortindizes entwickelt, um das subjektive Temperaturempfinden unter verschiedenen thermischen Bedingungen zu untersuchen. Einer der ersten entwickelten Indizes ist der Predicted Mean Vote (PMV), bei dem der thermische Komfort einer Person für Innenraumsituationen berechnet wird.

Zur Berechnung des thermischen Komforts im Freien wurden Indizes wie der PET-Index (physikalische Äquivalenttemperatur) und der Universal Thermal Climate Index (UTCI-Index) entwickelt. Sie berücksichtigen nicht nur die Kombination der mittleren Strahlungstemperatur TMRT (empfangene kurz- und langwellige Strahlung), der Windgeschwindigkeit (Advektion)und des Dampfdruckdefizits sowie der Lufttemperatur, sondern auch persönliche Merkmale wie Kleidung, Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht. Nur durch die Berücksichtigung dieser komplexen Wechselwirkungen ist eine detaillierte Untersuchung des thermischen Komforts einer Person möglich.