Urbane Wärmeinsel und Klimawandel

Über den Klimawandel wird oft als eine stetig steigende globale Durchschnittstemperatur gesprochen. Dabei werden die unmittelbaren Auswirkungen auf das heutige Leben vernachlässigt. Die extreme Hitze, die viele Länder in den vergangenen Sommern erlebt haben, wurde jedoch als bedrohliche Naturgefahr erkannt. Sie hat viele Menschen auf der ganzen Welt gefährdet und bereits viele Leben gekostet.

Eine kürzlich durchgeführte Studie hat ergeben, dass sich die Häufigkeit extrem feuchter Hitze seit 1979 in einigen Regionen mehr als verdoppelt hat. Bei Feuchttemperaturen, die über 35 °C steigen, kann sich der menschliche Körper nicht mehr effektiv durch Schwitzen an die Umgebungswärme anpassen – solche extremen Bedingungen überschreiten die Grenzen der Überlebensfähigkeit des Menschen. Wenn der Mensch diesen hohen Temperaturen in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, ist dies tödlich, selbst für gesunde Menschen und unter idealen Bedingungen (z.B. völlige Inaktivität, Schatten usw.).

Auch in nördlichen Städten wie New York, die vor allem im Sommer bereits hohen Temperaturen ausgesetzt sind, werden diese Effekte hohe Auswirkungen auf den thermalen Komfort im Außenraum haben und diesen noch weiter verschlechtern. Die Intensivierung von Wärmemustern – wie sie in den Simulationsergebnissen zu sehen sind -, wird das Leben in Städten in den Sommermonaten weiter erschweren.

Bereits jetzt werden solche Extremsituationen vermehrt beobachtet und auch in den kommenden Jahren werden sie noch häufiger auftreten. Eine Anpassung von Städten an diese Veränderungen – von der Politik bis zu lokalen Maßnahmen wie grüner und blauer Infrastruktur – wird dadurch zunehmend zu einer Entscheidung, die die Gesundheit der Bevölkerung maßgeblich beeinfussen wird.