Carol Torres, Expertin für städtische Nachhaltigkeit, untersucht wie der Wärmekomfort in Lima verbessert werden kann.

Warum Lima?

Auf der Suche nach nachhaltigen Möglichkeiten zur Kühlung der städtischen Umwelt stellt Lima einen ganz besonderen Fall dar: Wie in vielen anderen Städten auch könnte die Erweiterung von Grünflächen eine mögliche Strategie sein, um einen Abkühlungseffekt zu erzielen. Die klimatischen und städtebaulichen Besonderheiten von Lima machen diesen Ansatz jedoch zu einer großen Herausforderung.

Lima ist eine Stadt mit extremer Trockenheit und Wasserknappheit, was das natürliche Wachstum der Vegetation erschwert. Durch die geografische Lage Limas ist die Stadt einer intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt, deren Auswirkungen durch die städtischer Wärmeinseln noch verstärkt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass Lima weiterhin ein exponentielles Stadtwachstum erfährt, das sowohl in geplanten als auch informellen, ungeplanten Stadtvierteln stattfindet. Daher muss die grüne Infrastruktur der Stadt strategisch geplant werden, um erfolgreich und nachhaltig zu sein.

 

 

Ergebnisse

Die Untersuchung konzentriert sich auf eine typische informelle Siedlung, bei der mit ENVI-met drei Szenarien untersucht werden.

Das erste Szenario untersucht den derzeitigen unterentwickelten Zustand. Das Zweite betrachtet eine mögliche Entwicklung, die auf traditionellen lokalen Mustern in Stadtgestaltung und -entwicklung basiert – zum Beispiel große Flächen mit Gras und oder Trockenpflanzen. Im dritten Fall wird eine zukünftige Entwicklung mit einem strategischen Ansatz untersucht, der die bestehende intensive Bebauung berücksichtigt, dabei aber Schatten und Vegetation strategisch einsetzt, um den thermischen Komfort zu verbessern. Ein besonderes Merkmal dieser Studie war ein gemäßigter Ansatz bei der Erhöhung der Vegetation aufgrund der vorherrschenden Wasserknappheit.

Die ENVI-met-Analyse zeigt, dass die thermische Belastung der Fußgänger nach dem PET-Index in einigen Straßen um 6 bis 15 K ansteigen könnte, wenn sich das Viertel wie geplant entwickelt.

Dies kann jedoch durch einen strategischen Ansatz gemildert werden, beispielsweise wenn vermieden wird, Bäume im Schatten von Gebäuden zu platzieren oder durch die Pflanzung von Bäumen mit dichterem Blattwerk. Auch die strategische Nutzung von Schatten, den hohe Gebäude in engen Straßen spenden, kann sinnvoll sein. Einige Straßen könnten um 20 K kühler sein als im Normalfall, wenn z. B. in den Hauptstraßen des Viertels Bäume mit dichtem Laubwerk gepflanzt werden. Das Freihalten einiger Bereiche für Belüftungskorridore kann ebenfalls von Vorteil sein, insbesondere in der Nähe von begrünten Bereichen wie Parks.

Mit anderen Worten: Belüftung, Schatten und Vegetation, vorzugsweise Stadtbäume mit dichtem Blattwerk, müssen strategisch kombiniert werden, um thermischen Komfort zu gewährleisten, und dies sollte vorzugsweise in den für die Fußgängeraktivität in Lima relevanten Bereichen erfolgen.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie können Sie hier herunterladen.

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